Akupunktur

Die chinesische Medizin, deren im Westen bekanntester Teil die Akupunktur ist, vermittelt eine andere Auffassung von Krankheiten, als die westliche Medizin.

Während die westliche Medizin auf wissenschaftlichen, analytischen Erkenntnissen fußt, beruht die Akupunktur auf dem taoistischen Weltbild, das auf Laotse zurückgeht, der im 5. Jahrhundert vor Christi lebte.
Im Mittelpunkt dieses Medizinsystems steht die Vorstellung, dass sich alle Dinge der Welt aus der Polarität zwischen den Urkräften Yin und Yang entwickeln.

Akupunktur in der Praxis

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Dr. Peter Volkmann hat sich seit seiner Studienzeit mit Akupunktur beschäftigt und sowohl das A- als auch das B-Diplom Akupunktur abgelegt.

Frau Bernstein begann 2009 mit dem Studium der Akupunktur. Sie hat inzwischen das B-Diplom für Akupunktur abgelegt.

In unserer Praxis haben wir mehrere Räume, in denen die Akupunkturen durchgeführt werden.

In der Regel finden zwei Akupunkturbehandlungen in der Woche statt, eine Serie umfasst 5 bis 10 Sitzungen. Wenn der Therapieverlauf oder die Schwere der Behandlung es erforderlich machen, sind weitere Behandlungsserien erforderlich. Drei bis vier Monate nach Abschluss der Behandlung sind zur Auffrischung fünf Akupunktursitzungen zu empfehlen, die zur Stabilisierung des Heilerfolges beitragen. Bei erneutem Auftreten der Erkrankung nach Monaten oder Jahren, sollte frühzeitig mit einer erneuten Akupunkturbehandlung begonnen werden.

Die meisten Kassen übernehmen bei bestimmten Indikationen die Kosten für 10 bis 15 Sitzungen. Fragen Sie bei uns nach.

Philosophischer Hintergrund der Akupunktur

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Yang ist das Licht, die Hitze, das Außen, die Funktion, die Fülle, das Schöpferische.
Yin ist dagegen der Schatten, die Kälte, das Innere, die Struktur, die Leere, das Empfangende.

Das Wechselspiel von Yin und Yang bringt die im Körper fließende Lebenskraft Qi hervor, auf deren Wirkung alle Lebensäußerungen beruhen. Die Lebensenergie ist im ständigen Fluss. Sie unterhält die Funktionen der inneren Organe wie Atmung, Verdauung, Körperabwehr und Muskelbewegung.

Die Lehre vom Yin und Yang betont einerseits die Gegensätze aller Erscheinungen. Andererseits besagt sie aber auch, dass alles ineinander übergeht, dass es keine Erscheinung ohne ihr Gegenteil gibt. In jedem Yin ist ein Stück Yang, in jedem Yang ist etwas Yin enthalten.

Krankheiten entstehen da, wo die Harmonie zwischen Yin und Yang gestört ist. Das Ziel der Therapie ist es daher, Harmonie herzustellen, d.h. Fülle abzubauen und Leere aufzufüllen, Hitze zu kühlen und Kälte zu erwärmen, Stauungen zu beseitigen.

Geschichte der Akupunktur

Die Akupunktur entstand in grauer Vorzeit in China. Über die Zeit des Entstehens gibt es widersprüchliche Angaben. Fest steht, dass sie bereits 2000 Jahre v.Chr. in China angewandt wurde. Die Ursprünge liegen jedoch weiter zurück.

Aus Aufzeichnungen, die etwa in die Zeit um 1600 v.Chr. zu datieren sind, weiß man, dass zugespitzte Bambus- und Bronzenadeln zur Behandlung verwendet wurden. Bei Ausgrabungen gefundene spitze Steine, die einer früheren Zeit (etwa 3000 v.Chr.) zugeordnet werden konnten, weisen auf erste Anfänge der Akupunktur hin.

Um die Hintergründe zu verstehen, muss man das Krankheitsbild im China dieser Zeit betrachten. Krankheit bezog sich nicht nur auf körperliche und seelische Gebrechen. Vielmehr war Krankheit die Beschreibung für jeden individualisierbaren Missstand. Das waren sowohl körperliche Zustände, wie Schmerzen oder Verletzungen. Aber auch persönliche oder kollektive Misserfolge und Naturkatastrophen. Überschwemmungen und Kampfniederlagen hatten demzufolge den gleichen negativen Stellenwert wie Bauchschmerzen.

Die Behandlung von Krankheiten in einem solch umfassenden Krankheitsbild stellte daher immer auch einen Zusammenhang zwischen Mensch und Natur her. Natürliche Einflüsse auf das Entstehen von Krankheiten wurden bereits damals dokumentiert. Krankheit war im Verständnis der Zeit ein gesamtheitlicher Aspekt. Das Gegenteil war die völlige Harmonie des Menschen mit seiner Umwelt, der Natur und sich selbst. Diese Sicht bestimmt wesentlich den ganzheitlichen Therapieansatz der traditionellen chinesischen Medizin.

Die Entstehung des konfuzianischen Weltbildes hatte einen wichtigen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Akupunktur. In diesem Weltbild stehen alle Teile der unsichtbaren und sichtbaren Welt in einer gegenseitigen Abhängigkeit und Rangfolge. Aus dieser Sicht erklären sich auch die Lehren der ’5-Wandlungsphasen’ und des ‘Yin-Yang’. Letzteres ist ein Grundprinzip der traditionellen chinesischen Medizin. Es geht davon aus, dass zwei polare, heterogene Urkräfte immer ein Gleichgewicht bilden müssen. Der Ausgleich beider Kräfte bedeutet Harmonie, ihr Ungleichgewicht Disharmonie, also Krankheit. Die Lehre der 5 Wandlungsphasen (auch 5-Elemente-Lehre genannt) geht von den Beziehungen der Grundelemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser aus. Das richtige quantitative Verhältnis zueinander bestimmt, ob der Mensch gesund oder krank ist. Diese Lehren beeinflussten die chinesische Gesellschaft über Jahrtausende bis zum heutigen Tag. Die Akupunktur als Instrument zur Behandlung von ‘Krankheiten’ war Teil dieses sozialen Umfelds. Ohne den gesellschaftlichen Hintergrund war sie nicht denkbar.

Vor etwa 1400 Jahren gelangte die Akupunktur über Korea nach Japan. Eine weitere Verbreitung fand zunächst nicht statt. Erste Kunde erreichte Europa im 14. Jahrhundert n.Chr. durch die Berichte von Marco Polo. Über Handelsmissionen Englands, Hollands und Frankreichs in Ostasien kamen im 17. Jahrhundert mehr Informationen nach Europa. Im Jahre 1658 veröffentlichte der holländische Arzt Jakob de Bondt ein sechsbändiges Werk über die Naturgeschichte und Medizin Ostindiens. Wilhelm Ten Rhyne (1683) und Andreas Cleyer (1686) verfassten erste umfangreichere Arbeiten zur Akupunktur.

Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Akupunktur in Europa vereinzelt an einigen Fürstenhöfen angewandt. So therapierte der Arzt Engelbert Kämpfer den Grafen von der Lippe und berichtete darüber. Im 19. Jahrhundert, als der Siegeszug der modernen Medizin begann, geriet die Akupunktur in Europa wieder in Vergessenheit.

Erst Anfang der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde die Akupunktur im Westen wiederentdeckt. Im Jahre 1950 erregte der 4. Internationale Kongress für Akupunktur in Paris großes Aufsehen. Ärzte aus ganz Europa begannen sich nun für diese vermeintlich neue Therapie zu interessieren.

1972, mit dem Besuch des amerikanischen Präsidenten Nixon in China, wurde die Akupunktur auch in den Medien populär. Seitdem hat sich die Akupunktur sowohl in den USA als auch in Europa vehement weiterentwickelt. Während in den USA die Therapie überwiegend von chinesischen Einwanderern geprägt ist, wurde sie in Europa als ärztliche Therapie verstanden. Inzwischen ist sie weit verbreitet, wird erfolgreich bei einer ganzen Reihe von Indikationen eingesetzt und hat ihren Weg an die Universitäten gefunden.